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Afghanistan

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Taliban

http://www.wsws.org/de/2001/okt2001 /tal1-o31.shtml

 

 

Teil-Übersetzung eines Artikels, der im britischen MIRROR erschien und von El Sheik am 3. November 2001 auf englisch gepostet wurde:

Dieser Krieg ist eine Farce
v. John Pilger, ehem. Auslandsredakteur des MIRROR


Der so genannte Krieg gegen den Terrorismus ist ein Betrug. Nach dreiwöchiger Bombardierung ist in Afghanistan noch kein eiziger Terrorist gefangengenommen oder getötet worden, der irgend etwas mit den Terroranschlägen vom 11. September auf Amerika zu tun gehabt hätte.

Statt dessen wird eines der ärmsten, leidgeprüftesten Länder der Welt von der mächtigsten Nation der Erde terrorisiert! Das geht so weit, dass die amerikanischen Kampfpiloten - mangels ausreichend ergiebiger „militärischer“ Ziele - anfangen, Erdhäuser, ein Spital, Rot-Kreuz-Lagerhäuser und Lastautos zu zerstören, auf denen Flüchtlinge transportiert werden.

Anders als die brutalen Bilder aus New York, die laufend in unsere Gehirne gemeisselt werden, sehen wir davon jedoch praktisch nichts. Tony Blair ist uns noch eine Erklärung dafür schuldig, was der gewaltsame Tod von Kindern - sieben davon in einer einzigen Familie - mit Osama bin Laden zu tun hat.

Und wozu die „Cluster Bomben“? Die britische Öffentlichkeit sollte über diese Art von Bomben, die auch die Royal Air Force benutzt, aufgeklärt werden. Sie versprühen hunderte von kleinen „Bömbchen“, deren einziger Zweck es ist, Menschen zu töten oder zu verstümmeln. Bisweilen explodieren sie zunächst gar nicht. Sie liegen dann wie Landminen in der Gegend herum und warten darauf, dass jemand über sie stolpert.

Wenn je etwas vedient hat, als „Terror-Waffe“ bezeichnet zu werden, so sind es diese „Cluster Bomben“. Ich habe die Opfer dieser amerikanischen Erfindung in anderen Ländern gesehen, etwa in Laos, wo ein Knirps ein solches „Bömbchen“ aufheben wollte, das ihm in einer furchtbaren Explosion Gesicht und sein rechtes Bein zerriss. Seien Sie versichert, dass dasselbe jetzt in Afghanistan passiert; - und zwar in Ihrem Namen.

Kein einziger der Terroristen vom 11. September war ein Afghane. Die meisten waren Saudis und die Planung erfolgte offensichtlich in Deutschland und den Vereinigten Staaten.

Die bin Laden von den Talibans eingeräumten Lager wurden schon vor Wochen geräumt. Ausserdem sind die Taliban ja insgesamt ein von den Amerikanern und Briten geschaffenes Monster, das die aus verschiedenen Stämmen zusammengesetzte Armee in den achtziger Jahren hervorbrachte. Es wurde von der CIA finanziert und vom SAS für den Kampf mit den Russen trainiert.

Aber damit ist der Heuchelei noch nicht genug. Als die Taliban 1996 Kabul einnahmen, war aus Washington kein Mucks zu vernehmen. Warum? Weil die Taliban-Führer bald einmal nach Houston, Texas, aufbrachen, wo sie als Gäste der Ölfirma Unocal freundlich bewirtet wurden.

Mit dem heimlichen Segen der US-Regierung offerierte man ihnen grosszügige Gewinn-Anteile von allem Öl und Gas, das man durch eine geplante Pipeline aus Zentralasien durch Afghanistan leiten wollte.

Ein US-Diplomat damals: „Die Taliban werden sich wahrscheinlich genauso entwickeln wie einst die Saudis.“ Afghanistan werde zu einer amerikanischen Öl-Kolonie umgeformt werden. Es gehe dabei für den Westen um viel Geld. Natürlich sei Afghanistan nicht demokratisch und die Taliban würden auch weiterhin Frauen mit Strafgesetzen verfolgen. „Damit aber können wir leben“, sagte er.

Auch wenn der Deal zunächst nicht zustande kam, so bleibt das Projekt doch eine dringende Priorität der Administration Bush jr., der tief mit der Ölindustrie verstrickt ist. Bush’s heimliches Ziel sind die ungeheuren Öl- und Gasvorkommen im Kaspischen Becken, die grössten noch nicht erschlossenen Reserven an fossilen Brennstoffen der Erde, von denen man annimmt, sie wären ausreichend, um den amerikanischen Verbrauch eine ganze Generation lang zu decken. Nur wenn eine Pipeline durch Afghanistan geführt wird, können die Amerikaner hoffen, die Sache unter ihrer Kontrolle zu behalten.

So überrascht es nicht, dass der amerikanische Aussenminister Colin Powell nun nach „gemässigten“ Taliban Ausschau hält, die in einem von US-Amerikas Gnaden geschaffenem „losen Bündnis“ Afghanistan regieren sollen. Der ganze „Krieg gegen den Terrorismus“ ist nichts anderes als die patriotisch-wohltönende Fassade, die den Amerikanern die Erreichung dieses strategischen Zieles ermöglichen soll.

...

Die Verantwortungslosigkeit dieses Unternehmens, [in dem die Briten unter Blair seltsamerweise mit den Amerikanern Schulter an Schulter mitspielen,] ist atemberaubend. Allein der Druck auf Pakistan könnte der zündende Funke für eine nicht abzusehende Krise sein, die den ganzen indischen Subkontinent erfasst. Ich habe in meinem Leben über viele Kriege berichtet und bin immer wieder empört über die absurde Art, in der schmalbrüstige Politiker, die selbst unfähig wären, auch nur eine Taliban-Gans zu verjagen, jungen Soldaten, die sie in den Krieg schicken, begeisterte Abschiedsworte hinterherrufen.

In den Zeiten der Kanonenboot-Politik, verbargen unsere imperialen Führer ihre Gewalttätigkeit hinter Phrasen, dass ihre Massnahmen ein Erfordernis der „Moral“ seien. Blair macht es nicht anders. Wie damals übersieht seine selektive Moral jedoch etwas ganz Grundlegendes: Nichts hat die Tötung unschuldiger Opfer in Amerika am 11. September gerechtfertigt und nichts rechtfertigt die Tötung unschuldiger Menschen irgendwo anders.

Indem sie unschuldige Afghanen töten, begeben sich Bush und Blair auf dieselbe Ebene krimineller Gewalttätigkeit wie sie New York erlebt hat. Wer „Cluster Bomben“ abwirft, kann sich hinterher nicht mehr auf „Irrtümer“ und „Fehler“ berufen, das ist nur noch eine Ausrede. Mord bleibt Mord; - gleichgültig, ob man ein Flugzeug in einen Wolkenkratzer steuern lässt oder ob man ihn vom Oval Office aus oder von Downing Street durch Befehle und Verabredung begeht.

[Der Rest des Artikels beschäftigt sich vor allem mit Blair und den Lehren aus dem Golfkrieg und ist für den „Krieg gegen den Terrorismus“ nicht mehr unmittelbar relevant.]

Gruss

G.

 

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