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Gau 2002

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Der GAU im Jahre 2002

"Nisenninen-no Daiboraku - 60nen-ni Ichido-no Kokunan-ga Nihon-wo Osou -- Der GAU im Jahre 2002 - Alle 60 Jahre wird Japan von einer Staatskrise heimgesucht", heißt das derzeit letzte Werk von Ravi Batra. (Erstauflage: 18. Juli 2001, ISBN: 4-901318-02-0). Bereits im Jahre 1994 hat Batra "Die große Depression von 1995-2010" publiziert; eine Besprechung erfolgte erstmals im Rahmen der Serie TOKO Zeit-Kompass am 19. Januar 1996.

Erstellt in japanischer Sprache entsprechend den spirituellen Gedankenmustern Ostasiens wurde das Buch durch das "Triumvirat"

  • Ravi Batra (Jahrgang 1943, US-Bürger indischer Abstammung, Professor für Wirtschaft an der Southern Illinois Universitiy, USA)
  • Pema Gyalpo (Jahrgang 1953, Tibeter, 1959 mit seinen Eltern indisches Exil, seit 1965 in Japan ansässig, Direktor des Tibetischen Kulturforschungszentrums), sowie
  • Naoya Fujiwara (Jahrgang 1960, Diplom-Ökonom, Wirtschaftsanalyst, u.a. bei Salomon Brothers tätig gewesen, nunmehr selbständiger Wirtschafts- und Finanzberater).

Das Autoren-Triumvirat: Ravi Batra - Pema Gyalpo - Naoya Fujiwara

Vom 20. August 2001 datiert die Erstauflage des Buches von NaoyaFujiwara "Anata-no Yokin to Shakkin-ga ZERO-ni naru Hi -- Der Tag an dem Ihre Bankeinlagen und Schulden NULL werden". (ISBN: 4-901318-04-7). Anmerkung: Die hier vorgestellten Bücher sind (derzeit?) nur in japanischer Sprache erhältlich.

Ravi Batra:
"Der Gau im Jahre 2002"

Naoya Fujiwara:
"Der Tag an dem Ihre Bankeinlagen und Schulden NULL werden"

Ravi Batra legt Wert darauf, als Prognostiker und nicht etwa als Prophet verstanden zu werden. Seit jeher hat er bei seinen Forschungsarbeiten auf eine ganzheitliche "Problem-Näherung" Wert gelegt, wobei bei ihm neben den üblichen Analyse-Instrumenten der Wirtschafts-"Wissenschaftler" heutiger Provenienz, wie beispielsweise Wirtschaftsgeschichte und Computer-Simulations-Modelle, die Spiritualität, verbunden mit täglicher vielstündiger Meditation zur Anwendung gelangen. Batra ist der Überzeugung, daß er sich so geistig dem "Göttlichen Szenario" nähern und eine Art "Weltbewußtsein" bzw. sogar "Kosmisches Bewußtsein" erlangen kann, welches sich aufgrund der universalen Schwingungen in stets wiederkehrenden gleichartigen Ereignissen offenbart, und zwar deshalb, weil die Menschheit als ganzes bis heute nicht lernfähig bezüglich der vielfältigen Warnungen des Himmels/der Natur geworden ist und daher unfähig blieb, ihr Leben - und das ihrer soziologischen Konstrukte - diesen Rhythmen entsprechend zu gestalten.

Batras besonderes Augenmerk gilt daher den Zyklen, wobei der seit Urzeiten bei den Mystikern Ostasiens bekannte 60jährige "Kanreki-Zyklus" nebst seinen "Unterzyklen" das Zentrum seiner Studien bildet. (Anmerkung: Der sowjetische Wissenschaftler Kondratieff hat unabhängig vom Gedankengut ostasiatischer Mystik in der frühen Stalin-Zeit die nach ihm benannten Zyklen etwa gleicher Länge entdeckt; er wurde erschossen, nachdem er in seiner Forschungsarbeit den Untergang der Sowjetunion prognostiziert hatte).

Die japanische Geschichte der Neuzeit aus Kanreki-Sicht:
Auch ohne Japanischkenntnisse sind die zyklischen Ereignisse verständlich, wenn ein Geschichtsbuch zur Hand genommen wird. Wesentliche Jahreszahlen sind die Jahre 1868 (Meiji-Restauration), 1929 (Große Depression) sowie 1990 (Börsencrash Tokio), ferner das Pearl-Harbor-Jahr 1941, welches laut Batra ein gleichartiges Ereignis noch für das Jahr 2001 erwarten läßt. Im Jahr 2005 ist seiner Ansicht nach der "Höhe- und Löse-Punkt" der derzeitigen Krise zu erwarten.

Der "GAU im Jahre 2002" erschien erstmals am 18. Juli 2001; am 23. September (nach dem symbolischen Pearl Harbor-Ereignis vom 11. September 2001) war bereits die achte Auflage verkauft, so daß dem TOKO Institut das Rezensions-Exemplar erst Ende Oktober 2001 zur Verfügung stand.

Ravi Batra hat nach eigenen Aussagen seit den frühen 70er Jahren 33 (sic!) Prognosen publiziert, wovon mittlerweile 31 in Erfüllung gegangen sind, so etwa der Fall des Schah-Regimes, das Ende der Sowjetunion und der Crash der Tokioter Aktienbörse mit allen wirtschaftlichen Konsequenzen im Gefolge. Auf ihre Erfüllung warten noch die beiden letzten: Der Untergang des Kapitalismus und das Ende der USA als Weltmacht heutiger Prägung.

Zyklisch verläuft nach Batra seit jeher auch die Herrschaftsstruktur von Staaten, wie er bereits in seinem Buch "Die Große Depression von 1995-2010" ausführlich dargelegt hat.
Jeweils drei Herrschafts-Zyklen wechseln regelmäßig einander ab; alle Zyklen durchlaufen regelmäßig die Stadien Aufstieg - Höhepunkt - Abstieg, dem dann revolutionäre Umwälzungen folgen.

1. Im Zyklus I wirken Waffenträger (Polizei- bzw. Militär-Staat) persönlich auf das Staatsgeschehen ein, während

2. im Zyklus II Intellektuelle (Religionsführer) ihren Geist als Waffe benutzen und Waffenträger befehligen (Beispiel: Mullah-Regime).

3. Der Zyklus III ist dadurch gekennzeichnet, daß Superreiche (Geld-Adel) ihre finanziellen Mittel zum "Ankauf und Unterhalt" von Intellektuellen und Waffenträgern benutzen, um mittels deren Fähigkeiten ihr Imperium zu unterhalten und zu sichern. Die "Geldadel-Ära" zeichnet sich durch besondere ethisch-moralische Verkommenheit der Gesellschaft - insbesondere am Ende ihres Zyklus - aus.

Die von den USA inspirierte sogenannte Westliche Welt befindet sich laut Batra derzeit im Übergangsstadium vom dritten in den ersten Herrschaftszyklus; US-Präsident Bill Clinton gehe als das letzte - vom "großen Geld gekaufte" - typisch-korrupte, gesetzlose Marionetten-Symbol der Geldherrscher in die Zyklus-Geschichte eines "Neuen Sodom" ein.

Nach der morallosen Clinton-Ära hat Gott den "Krieger Bush" damit beauftragt, Amerika die alten Tugenden zurückzubringen.

Die Ära George W. Bush/Powell läute zwar den Übergang in den "Krieger-Zyklus" ein; Präsident Bush sei aber kein typischer Vertreter der "Krieger-Kaste", da auch er noch mit Hilfe des "großen Geldes" zur Macht gelangt sei, deren Vertreter von ihm den Erhalt ihrer Herrschaft - im Bedarfsfalle auch durch den Einsatz polizeilich-militärischer Macht - erwarte.

Darüber hinaus habe Bush die letzte Stufe ins Weiße Haus nur durch eine Gerichtsentscheidung überwinden können. Dieses Beispiel demonstriere überdeutlich die Verlumpung des Rechtes in den USA, die sich zu einer "Klägernation" (jeder überzieht jeden mit Schadensersatz-Ansprüchen) entwickelt hätten, wobei durch zahllose Rechtsanwälte das Recht rechtlos gemacht und das "Alte Amerika" mit seinen typischen Tugenden zerstört worden sei.

Die "geistige Rückführung" der Jetztzeit ende bei dem Dualismus Newtons und Nietzsches, welcher zwischen "Formhaftigkeit", d.h. Dinge, die mit den Augen sichtbar, mit den Händen greifbar, zählbar und meßbar seien, und "Formlosigkeit" unterscheide. Die heutige Gesellschaft habe sich der "Formhaftigkeit" in ihrer niedersten Schwingung, der Materie, verschrieben. Geld und damit erwerbbare Güter seien für die Masse und deren gelebte Vorbilder zum Maß (aller Dinge) geworden, während die "Formlosigkeit" in ihrer höchsten Ebene - Liebe und Bescheidenheit - selbst im Sprachgebrauch kaum noch zu finden, d.h. quasi zum Tabu geworden sei.

Der derzeitige "Raubtierkapitalismus" (Batra hebt hervor: Wortprägung des ehemaligen BRD-Kanzlers Helmut Schmidt!) habe im Verlauf von etwas mehr als 20 Jahren das Gleichgewicht der Seele zerstört. Unersättliche Gier habe die Moral vernichtet, Dinge würden produziert, die nicht zum (Über)Leben benötigt würden, sondern um ein übertriebenes Geltungsbewußtsein zu befriedigen.

Die "Harvard-Perversität", d.h. die Lehre von der Gewinnoptimierung durch "Restrukturierung" (= Mega-Fusionen, Massenentlassungen, etc.), hat eine Manager-Generation nach oben gespült, welche ihre Mitmenschen auf die Stufe der wieg- und meßbaren Materie herabzieht, anstatt sich selbst in ihrer Existenz in Frage zu stellen. Im "Vorbildland" USA arbeiten 30-40 Millionen Amerikaner, die keine Familie alter Tradition unterhalten können, sind Zehntausende obdachlos, ohne medizinische Betreuung, während gleichzeitig immer mehr Reichtum in immer weniger Taschen fließt.

Vorbild- und Vorzeige-Nation USA? Nur 1% der Einwohner besitzen bereits 40% des Vermögens.

Vor diesem Hintergrund, der mit "konventionellen ökonomischen Mitteln" nicht mehr reparabel sei, bleibt für Präsident Bush nur eine Lösung: KRIEG (um Rohstoffe), den die USA alleine aus wirtschaftlichen Gründen etwa alle 15 Jahre benötigten. Noch im Jahr 2001 werde ein Schockereignis die Welt heimsuchen, welches möglicherweise den Ausgangsherd für einen Weltkrieg III bilden, und an welchem sich die NATO beteiligen werde. Explosionsgefährdete Spannungsgebiete seien auf der ganzen Welt mehr als reichlich vorhanden, angefangen im Nahen Osten (wo mit Sharon bereits ein Krieger-Symbol entsprechend Zyklus I an die Macht gelangt sei), über Zentral-Asien, wo die Staaten Indien und Pakistan "Stellvertreter-Kriege" austragen könnten, bis nach Ostasien mit seinen politisch fragilen Ländern (Nord-)Korea und Taiwan. Aber auch Rußland und China würden im Falle eines "Großen Krieges" wahrscheinlich nicht verschont. Sollte es zu einem Kriegsszenario diesen Ausmaßes kommen, werde sich in dessen Verlauf Europa von den USA lösen, Rußland mit den arabischen Ländern verbünden.

Erst in einem solchen Umfeld würde - ohne eine durch die Geld-Elite lancierte sogenannte freie Wahl - in den USA ein Militär-Machthaber aus dem feuerspeienden Inferno emporsteigen, ein Mensch etwa von der "Beschaffenheit" eines McCain. John McCain (Jahrgang 1936), derzeitiger (republikanischer) Senator von Arizona, entstammt einer "Navy"-Familie.

John McCain - einst und jetzt
Bild-Quellen:
http://www.johnsmccain.com/
http://mccain.senate.gov/bio.htm
http://www.aclu.org/vote-guide/239info.html

Marine-Flieger McCain, abgeschossen im Vietnam-Krieg, verbrachte fünfeinhalb Jahre in (nord-)vietnamesischer Gefangenschaft, ertrug heroisch Dunkelhaft und Folter.

Sein japanisches Pendant hinsichtlich geistig-sittlicher Qualität wäre eine Persönlichkeit wie der heutige Gouverneur von Tokio, Shintaro Ishihara, meint Batra. Zusammen mit dem Präsidenten von Malaysia, Mahathir, hat Ishihara im Jahre 1994 ein Buch mit dem Titel "NO-to Ieru Ajia - Tai-Oo-Bei-no Kaado -- Asien, das NEIN sagen kann - Die Trumpfkarte gegen Europa und die USA" (ISBN: 4-334-05217-7) herausgebracht. Auch dieses interessante Buch wurde leider (aus verständlichen Gründen?) nur in japanischer Sprache aufgelegt. Als Gouverneur von Tokio hatte Ishihara Aufsehen erregt, als er öffentlich den Einsatz der Selbstverteidigungskräfte (JI-EI-TAI) gegen illegale Einwanderer forderte.

Die durch Menschen ausgetragenen Kriege fänden auf der spirituell-ganzheitlichen Ebene ihre "natürliche" Entsprechung, meint Batra, wie die Klima- und Naturkatastrophen, die Zunahme der Erdbevölkerung gepaart mit chronischen Hungersnöten bei gleichzeitigem Massensterben, uns deutlich machen wollten: die Schöpfung demonstriert dem Menschen symbolhaft sein Tun, nämlich die Sinnlosigkeit und nachfolgende Leere unnötiger Produktion und unnützen Konsums.

Natur-Katastrophen: Warnhinweise der Schöpfung?

Wie das mittlerweile offenbar in Vergessenheit geratene Erdbeben der Stärke 8 auf den Kurilen quasi als Vorbote vorgeführt habe, so werde ein "großes Beben" mit 300-400.000 Toten in der Kanto-Region (Tokio) immer wahrscheinlicher. Auch der Vulkan des Berges Fuji (= "Fujiyama") könnte wieder ausbrechen - mit allen negativen Konsequenzen für die dortige wirtschaftlich bedeutsame Region im Großraum Nagoya (= "Toyota-City"!).

Die Ursache der gegenwärtigen politischen Spannungen sind, wie Batra zu beweisen versucht, im Weltwirtschafts- und Weltwährungssystem zu suchen, welche zu einer weiter eskalierenden Umverteilung des Wohlstandes in die Hände von immer weniger Gruppen und Individuen führen.

Gemeinhin heißt es jene Staaten seien arm und jene reich. Doch was die "großen" Nationen anbelangt, so ist - als Staat gesehen - lediglich Japan eine "reiche" Nation, die übrigen "Weltnationen" - an der Spitze die USA - sind hochverschuldet. Im Gegensatz zu den USA, wo insbesondere die Verschuldung der privaten Haushalte unvorstellbare Höhen erreicht hat, gehören die japanischen Haushalte zu den gesündesten "sozialen Unternehmen".

Ein Teil des "Reichtums" Japans steht allerdings auf schwankenden Fundamenten, nämlich auf US-Staatspapieren, welche zum Teil wiederum als "Aktiva" bei den Lebensversicherungsunternehmen (und Banken) geführt werden. Ein anderes Problem ist die hohe Staatsverschuldung Japans. Doch alles in allem gesehen, ergibt sich - selbst unter Berücksichtigung "fauler" Kredite - per Saldo eine positive Bilanz des "Hauses Japan", welche eine gute Ausgangsbasis für einen nationalen Neuanfang nach einer monetären (oder sonstigen) Krise darstelle.

Die japanischen Privat-Vermögen in "echten" Billionen (nicht US-Billions = Milliarden) Yen. Beachtenswert: die kontinuierliche Zunahme seit dem Börsen-Crash vom Februar 1990. Aus dieser Entwicklung ist ersichtlich, daß die privaten Engagements am Aktienmarkt gering sind.

Eine von Staaten in der Vergangenheit immer wieder geübte Praxis einer "Haushaltssanierung" ist die Monetarisierung, d.h. (Hyper-)Inflationierung der Zahlungsmittel. Solche Maßnahmen zerstören das Vertauen in die Glaubwürdigkeit und Fähigkeiten der betreffenden Staatsführungen, wie sie Japan bereits zweimal - nämlich 1876 und 1946 - erlebt hat. In Frage käme ferner ein Schuldenmoratorium, wobei die Zinszahlungen eingestellt und die Laufzeit der Anleihen "gegen unendlich" verlängert werde.

Ausführlich geht Batra auf die beiden "YIN-YANG-Geschwister" Sozialismus/Kommunismus und Kapitalismus ein, welche in ihrer "inneren Struktur" - vor allem aber hinsichtlich des Endergebnisses - identisch sind. Beide Theorien hören sich, insbesondere für "intellektuell Minderbemittelte", erfolgversprechend an:

1. YIN = Kommunismus: Das Versprechen, den Wohlstand aller durch die Werktätigkeit aller zu vermehren und gleichmäßig = "gerecht" zu verteilen, erzeugte im Ergebnis eine neue brutale Herrschafts-Clique, die sogenannte Nomenklatura.

Da die Masse der Nicht-Werktätigen sich rapide vermehrte, und dabei gleichzeitig immer mehr Ressourcen jeder Art zum Zwecke der Aufrechterhaltung eines Kontroll- und Unterdrückungs-Apparates verbraucht wurden, exterminierte sich das "Kommunistische Manifest" in seiner realen Existenz.

Am Beispiel der Sowjetunion ist weiterhin deutlich geworden, daß der Sozialismus/Kommunismus für sein Überleben einer kontinuierlichen Größenzunahme bedarf; die Einwohner kleiner kommunistischer Staaten ohne Expansionsmöglichkeiten, wie etwa im früheren Albanien oder im jetzigen Nord-Korea, erleben daher als Endstadium nicht das versprochene "kommunistische "Paradies auf Erden", sondern den Hungertod. Batra wörtlich: "Bei Sozialismus, Kommunismus und Planwirtschaft handelt es sich um einen tödlichen Traum".

2. YANG = Das "Theorem" des Kapitalismus ist auf den ersten Blick ebenfalls überzeugend: Wer die Nachfrage durch das Anbieten von Gütern und Dienstleistungen befriedigt, erhält dafür "vom Markt" einen "gerechten" Lohn in Form eines "Mehrwertes", d.h. einer Differenz zwischen seinem Aufwand und dem Erlös. An diesem "Erfolg" beteiligt sich der Staat mittels Steuern und verwendet diese Einnahmen zur Aufrechterhaltung seiner "Schutzverpflichtungen" gegenüber seinen Bürgern.

Aber der Kapitalismus mündet in seinem Endstadium zwangsläufig in eine "leere Wirtschaft" ein. Die Börsen werden zum Selbstzweck, zu einer Hülle, ausgefüllt mit "Chip-Vermögen" (Aktien, Anleihen, Kontengeld = Buch-Reichtum) und uneinlösbaren Versprechungen und Wetten auf die Zukunft (Optionen, Futures, Derivate). Das Platzen einer solchen Kapital-Blase ist unvermeidlich, mit den "Geldproduktions-Unternehmen" gehen auch deren Gläubiger (= "Anleger") unter und vergrößern das Heer der "Restrukturierungs-Opfer". Gewinner dieses Spieles sind jene "Dunkelmächte", welche die wirkliche Befehlsgewalt über Art und Verwendung des "Kapitalismus-Kapitals" besitzen. "Kapitalismus sei daher eine tödliche Illusion", meint Batra.

Im Gegensatz zur "Industriellen Revolution" vor etwa zwei Kanreki-Zyklen (= 120 Jahre), welche einen wahren Fortschritt eingeleitet habe, weil sie die Produktion von sinnvollen Gütern und deren Verteilung (Beispiele: Elektrizität, Telegraphie, Auto) ermöglicht habe, sei die "IT-Revolution" ein Traum. Bekanntlich will der derzeitige Präsident Koizumi mit seinem Slogan "E-Japan" sein Land bis zum Jahre 2005 aus der Wirtschaftsflaute führen. Batra fragt: "Wofür braucht man "Hochgeschwindigkeits-Zugänge" für die Tele-Kommunikation, wenn im Durchschnitt nur ca. 20 Minuten der 24 Stunden eines Tages (in Japan) telefoniert wird?

Wem nutzt die "Sony-Manie" (klingt wie Sony-Money!) wirklich? Bekanntlich gehört Sony zu den 13 (!) Unternehmen, die sich der "Digitalisierung des Menschen" widmen, angefangen bei der "Smart-Card", welche gleichzeitig die Funktionen von Ausweis, Schlüssel, Geld und letztlich ärztlicher Betreuung erfüllen soll. Kann die Smart-Card wirklich Menschen heilen? Der totalen Überwachung, dem Betrug und schließlich dem "Cyber-Terrorismus" stehen durch eine solche Digitalisierung alle Türen offen. Und wieder sind es die Anständigen und Schwachen, welche zu Opfern des "Fortschrittes" werden.

Zu den Schwachen gehören auch die Kinder. Zunehmend wird in den USA über neue IT-Erkrankungen berichtet, nämlich Krämpfe und Erblindung. Schließlich führt die totale Digitalisierung zur Intellekt-Degeneration ("Schubladen-Blick"), welche eine ganzheitliche Betrachtung von Problemen unmöglich macht, von einem Verlust der Spiritualität ganz zu schweigen.

Japan sollte sich auf die Herstellung von nützlichen Gütern konzentrieren, wobei neben der Elektronik, insbesondere die Metallverarbeitung einen qualitativ hohen Stellenwert einnimmt. So trage die herstellende und verarbeitende Industrie etwa 25% zum Bruttosozialprodukt bei, der verlustreiche Problemsektor "Finanzwirtschaft" dagegen nur knapp 5%. Bei der Aufgabe, das Auto-Mobil (und andere Verkehrsmittel) wirklich auto-mobil zu machen, könnte die IT-Branche allerdings Unterstützung leisten.

Wie bereits in früheren Publikationen, insbesondere in seinem hier erwähnten Buch "Die Große Depression von 1995-2010", fordert Batra eindringlich die Einführung einer neuen Wirtschafts- und Finanzordnung. Während er anscheinend vor Jahren noch auf die durch ehrenwerte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens "aktivierte Selbstheilung" der Gemeinwesen baute, hat er bezüglich der Fähigkeiten und des Willens des "Harvard-Virus-infizierten Wirtschafts- und Polit-Pöbels" offenbar längst alle diesbezügliche Hoffnung aufgegeben. Eine neue Ordnung könne nur nach der endgültigen Niederlage des jetzigen Systems, etwa im Jahre 2005 (siehe Kanreki- Tabelle) geboren werden.

Sein Modell einer wirklich demokratischen Wirtschaftsordnung nennt Batra "PROUT = Productive Utilization Theory". Deren Hauptforderung ist eine strikte Trennung von Politik und Geldwesen, wodurch bereits eine tiefgreifende Veränderung eingeleitet würde. Weiterhin sollten Besitz und Handel mit Grund und Boden, der Eigentum aller ist, verboten und durch eine Art Erbpacht ersetzt, d.h. eine Trennung zwischen Besitzrechten und Nutzungsrechten eingeführt werden, so wie dies in der "EDO-Zeit" Japans der Fall war. (Theorien der gleichen Art werden in Europa beispielsweise von den Anhängern eines Gottfried Feder vertreten und als "Ergokratie" bezeichnet).

Die neue Ordnung muß von "unten nach oben" aufgebaut sein, so wie ein Gebäude auch nicht vom Dachstuhl her errichtet wird. Problemlösungen dürften nicht den Politikern, Bürokraten und Ökonomen überlassen werden, sondern allen beteiligten Menschen. Nur kleine Einheiten ermöglichten in einer echten Leistungsgemeinschaft wirkliche demokratische Entscheidungen und Kontrolle. Manager ohne Moral hätten kein "Bleiberecht". Vorbild ist für Batra das Elektro/Elektronik-Unternehmen Matsushita mit etwa 13.000 Mitarbeitern unter der Führung von Nakamura; Unternehmens-Losung: "In unserem Haus gibt es keine Flickschusterei".

Batra ist überzeugt, daß (das ethnisch homogene) Japan die erste Nation sein wird, welche das geistig in Indien geborene PROUT-System einführen wird, wobei der Grundstein hierzu möglicherweise von Shintaro Ishihara, welcher die Chance habe, bei den Parlamentswahlen im Juni 2002 als Sieger hervorzugehen, gelegt werde. Bis in alle Einzelheiten wurde in dem hier vorgestellten Werk bereits ein "Schatten-Kabinett" unter Ishihara vorgestellt.

Bereits zwischen 1950 und 1972 existierte in Japan ein Wirtschafts- und Sozialsystem, welches die Wesenszüge von PROUT aufwies: Die Wirtschaftsführer waren in geistig-seelischem Gleichgewicht, die Nation lebte in ausgewogener spiritueller Symbiose des "Alten Japan" - YAMATO - nämlich gleichzeitig als friedfertige "Shotoku-Taishi- und kriegerische Budo-Shi-Seele". Als Folge davon waren die Löhne "im Lot", d.h. die Lücke zwischen den (individuellen) Arbeitsentgelten klein, die Produktqualität hoch und schließlich herrschte ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Jeder konnte das erwerben, was den wahren Bedürfnissen seiner Seele entsprach, und das war all das, was er letztlich auch wirklich benötigte.

Dann ereignete sich im Jahre 1973 der erste "Öl-Schock". Japan übernahm die Management-Methoden der USA und mutierte zur Exportnation für Güter und zur Importnation für "bedrucktes Papier" (US-Schulden). Auf dieser "Titanic" mit einem US-Kapitän als Schiffslenker nähern sich die mit "westlichem Geist" beseelten Länder kontinuierlich dem riesigen Eisberg. Japan und Deutschland sollten schnellstens die Rettungsboote aufsuchen, beide Länder haben vor nunmehr bald 60 Jahren ihre Talente bei einer "Auferstehung aus Ruinen" unter Beweis gestellt.

Osamu Nishi, am 1. Januar 2002

http://www.toko-hagen.de/kompass/2_batra2.htm

 

 

Ausm „invest.ch“

Das japanische Finanzsystem vor der Auflösung?

Christoph Fehr, 02.03.02 00:10h

Wundern kann es einen ja nicht, dass man von seitens der Regierung nicht einfach so eine kleine Inflation herbeizaubern kann. Eine Inflation, die niemanden am Obligationenmarkt erschrecken soll und gleichzeitig dafür sorgt, dass den Schuldnern ein Teil ihrer Bürde abgenommen wird. An den Märkten hat man sich über das Fehlen eines grossen Wurfes beklagt, jedoch sieht man kaum je einen passablen Gegenvorschlag. Der Grund ist jedoch nicht darin zu sehen, dass all die Strategisten und Ökonomen einfallslose Simpel wären. Das ist keineswegs der Fall. Jedoch im Kontext eines interventionistisch ausgerichteten Analyserahmens sind die gangbaren Möglichkeiten nun offensichtlich erschöpft. Gangbar in dem Sinne verstanden, dass ein Gleichgewicht zwischen den Interessen der Gläubiger und der Schuldner gefunden wird.

Diese Gleichgewicht wird nun zusehends zu Ungunsten des Gläubigers verschoben, denn die Bank of Japan hat definitiv kapituliert . Das ist eine dramatische Entwicklung, denn einige Zeit hat es immerhin so ausgesehen, als ob Hayami noch einer der wenigen Tapferen sei, die an eine Politik des gesunden Geldes glauben und der den Pressionen der Regierung widerstehen kann. An der letzten Sitzung hat die Bank of Japan beschlossen, dass sie den Betrag an Staatsanleihen, den sie zu kaufen gedenkt um 25% erhöht, d.h., pro Monat für USD 7.5 Mrd. Regierungsanleihen in ihr Portfolio aufnimmt. Auf das Jahr hochgerechnet sind das ca. 40% aller neu von der Regierung begebenen Anleihen. Ein Kommentator hat es auf den Punkt gebracht, vor dem wir an dieser Stelle schon früh gewarnt hatten: "Das ist die Weimarer Lösung." Recht hat er. Die Deflation öffnet in interventionistischen Systemen die Tür zum unbeschränkten, nicht rückzahlbaren Notenbankkredit. Das Bedenklich ist in Japan zudem, dass zu befürchten ist, dass letztlich diesen Regierungsanleihen via die Verwertungsgesellschaften für faule Kredite letztlich uneintreibbare Forderungen zugrunde liegen. Somit sind die japanischen Staatsanleihen nur noch durch die Steuergelder gedeckt. Davon, dass man als Gläubiger auf das Eigentum des japanischen Staates an Strassen, Immobilien, Kraftwerke usw. usf. durchgreifen kann soll man besser nicht träumen.

Wenn es jedoch zu hochinflationären Schüben kommt, dann sind auch die Bürger ruiniert, die das Gros der Steuern bezahlen sollten, mit denen die Obligationen bedient werden. Werden sie somit überhaupt nicht mehr bedient? Nun, rein formaljuristisch schon. Man wird für die Staatsanleihen bunt bedruckte Zettelchen erhalten auf denen Yen gedruckt ist und die irgendein Zentralbanker signiert hat. Also erhält man genau das, worin die Anleihen denominiert sind. Bezahlt ist bezahlt und so gesehen kann Japan auch nicht bankrott gehen. Aber was sind denn diese schönen bunten Zettelchen wert? Nun, in diesem Kontext kommt mir immer jenes Interview im deutschen Nachrichtenmagazin "Stern" in den Sinn. Ein Reporter interviewt eine alte Frau über die Zustände im zerfallenden Jugoslawien und wie sie diese erlebe. Die Dame bricht das Interview abrupt ab, mit der Begründung, dass sie nun zum Markt gehen müsse, ansonsten sie für ihre Rente nur noch halb so viel Eier erhalte wie gestern. Nun, der jugoslawische Staat hat sein versprechen eine Rente von xy zu bezahlen gehalten ... Genauso wird der japanische Staat seine Zahlungsversprechen halten. Alles klar?

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