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Guardian

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"Finanzsystem außer Kontrolle" (Guardian, London)

Gelegentlich gibt es auch außerhalb der mit LaRouche verbundenen Publikationen vernünftige Stimmen zum wahren Zustand der Weltwirtschaft. Am 17.12. erschien im Londoner Guardian ein beißender Kommentar des Wirtschaftsredakteurs Larry Elliott über das Ausmaß der Lügen, mit denen die wirtschaftlich-finanzielle Realität vertuscht wird. "Alle drei Monate einmal schüttet die amerikanische Wirtschaft ihr Herz aus und sagt den Finanzmärkten, was für ein Leben sie geführt hat: ,Es tut mir leid, Vater, aber ich habe gesündigt. Als ich dir im September sagte, es könnte nur noch besser werden, habe ich gelogen. Wir machen viel weniger Geld als wir die Märkte glauben machen.'" Elliott macht sich über diejenigen ig, die fanatisch "Gründe zur Freude" verkünden. Die Manager glauben, wenn man nur "den Worten von Pater Greenspan lauscht, zwölf Avemarias spricht und 10% der Belegschaft entläßt", dann würden einem "die Aktienbesitzer vergeben".

Elliott stellt sich hinter die Einschätzung nüchterner Analysten, wonach "die Märkte ein wenig zu schnell dabei waren, die Implikationen des Enron-Zusammenbruchs herunterzuspielen", obwohl dieser viele völlig überraschend traf. "Trotz Enron, trotz der Tatsache, daß die Welt in ihrer ersten synchronen Rezession seit 25 Jahren steckt, trotz der Tatsache, daß der Rückgang jetzt schon viel stärker ist als die Märkte vor einem Jahr zugegeben hätten, sollen wir jetzt glauben, daß alles nur besser werden kann. Das ist eine kolossale Illusion, und sie kommt von denselben Leuten, die Ihnen das Produktivitätswunder, das New Economy Paradigma, die sanfte Landung und die Rezession, die von einem Augenblick zum nächsten vorüber wäre, gebracht haben."

"Es kann mit Sicherheit noch viel schlimmer werden", warnt Elliott. Die heutige Dynamik ähnele der in den 30er Jahren, und die Politik der Fed gegenüber der platzenden "Spekulationsblase" scheitere. Das wahrscheinlichste Szenario sei nun, daß die jetzige Politik "völlig scheitert" und die Welt unter "weitverbreiteten deflationären Druck" gerät. Dies werde nicht zugegeben, "vielleicht, weil der Gedanke zu schrecklich ist, um ihn zu denken". Notwendig sei jetzt eine politische Veränderung, angefangen mit "der herben Erkenntnis, daß das Finanzsystem außer Kontrolle ist".

Diese herbe Erkenntnis führt manchmal sogar dazu, daß "Analysten" den Mut finden, öffentlich zuzugeben, daß sie sich mit ihren Prognosen geirrt haben - und das systematisch und gründlich; so wie Anatole Kaletsky, Kolumnist und "Experte" für Wirtschafts- und Finanzfragen der Londoner Times, am 18. Dezember. Allerdings bringt Kaletsky es nicht fertig, den weltweit einzigen Ökonomen zu nennen, der mit seinen Wirtschaftsprognosen im selben Zeitraum völlig richtig lag: Lyndon LaRouche. Aber immerhin: wenn Selbsterkenntnis tatsächlich der erste Schritt zur Besserung ist, können wir von Herrn Kaletsky in Zukunft noch einiges erwarten. "Mein lieber Scholli... noch nie war ein Rückblick auf meine Prognosen so erniedrigend wie dieses Jahr. Um es brutal zu sagen: 2001 habe ich bei den wichtigsten Entwicklungen falsch gelegen. Ich habe nicht nur die US-Rezession nicht vorhergesehen, sondern am 9. Januar meinen Artikel auch noch betitelt: 'Warum 2001 eine Rezession nahezu ausgeschlossen ist'". Nach langen Erklärungen, warum er - seiner Ansicht nach - versagt hat, versprüht Kaletsky am Schluß sogar noch etwas Galgenhumor: "Am 8. Januar werde ich Ihnen darlegen, was die US-Ökonomie und die Weltwirtschaft in dieser Situation meiner Ansicht nach tun werden - wenn Sie meine Meinung überhaupt noch interessiert."

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