Home
Neu!
Physik
Philosophie
Politik
Gesundheit
Literatur
CD-ROM
Links
Gästebuch
Forum
Kontakt
webcounter

 

Japan

[August 2001] [Börsencrash] [Euro Chaos] [Silber] [Die FED] [Guardian] [Japan] [Immobilien]

"Wenn Japan fällt, fällt auch der Dollar!" (EIR)

Wie hier in den letzten Wochen berichtet, ist die Lage in Japan, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, außerordentlich kritisch; und das nicht nur für Japan, denn, so der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Lyndon LaRouche, sie ist der deutlichste Indikator für den analtenden Desintegration des Weltfinanzsystems. Seit die japanische Zentralbank unter enormem Druck aus Washington 1995 ihre Zinsen gegen Null sinken ließ, diente Japan jahrelang als "Brandmauer", um den Dollar zu schützen und die amerikanische Volkswirtschaft vor dem völligen Kollaps zu retten. Internationale Finanzspekulanten benutzten den auf diese Weise extrem günstig gewordenen Yen, um ihre umfangreichen Über-Nacht-Transaktionen zu finanzieren. Diese Spekulationsgeschäfte wurden als "Yen-Carry-Trade" bekannt und trugen wesentlich dazu bei, die mehrere hundert Billionen Dollar schwere internationale Blasenwirtschaft aufrechtzuerhalten. Aber Japan hat dafür einen hohen Preis bezahlt und steht nun vor der Explosion seiner immensen "Schuldenbombe".

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur EIR am 10.1. bestätigte der frühere Exekutivdirektor der Bank von Japan und stellv. Leiter der japanischen Import/Export-Bank Akira Nambara: "Japan steckt in der Industriewirtschaft in der schlimmsten und gefährlichsten Deflation seiner Geschichte - einer Deflationsspirale wie in den 30er Jahren." Die Zentralbank drucke zwar Geld, "aber die Banken können es nicht ausgeben. Die meisten japanischen Banken haben ihre finanzielle Vermittlerrolle praktisch eingebüßt. Sie haben die Kreditvergabe an viele Wirtschaftsunternehmen einfach eingestellt. Das bedeutet, daß Unternehmen, die das Zeug dazu hätten, so groß wie Sony oder Matsushita zu werden, gar nicht erst gegründet werden, weil die zunehmenden Firmenzusammenbrüche die Rücklagen der Banken verschlingen."

Dennoch forderten die Interessen hinter dem "Washingtoner Konsens" und die Tokioter Ökonomen, daß die Zentralbank noch mehr Geld druckt, ohne über die Folgen nachzudenken, fuhr Nambara fort: "Sie sollten vorsichtig sein, denn wie Zentralbankchef Masaru Hayami anmerkte... stehen die USA hinsichtlich der wirtschaftlichen Eckdaten - und wie auch LaRouche sagt - tatsächlich noch viel schlechter da als Japan. Nehmen wir als Beispiel etwa das Vorgehen von Enron, Citibank oder vergleichbaren US-Unternehmen, die Unmengen an Schuldverschreibungen ausgeben, die sich auf nichts stützen. Ich fürchte nur, daß LaRouche auch recht damit hat, daß Hayama kein wirksames Heilmittel hat."

Weiter warnte Nambara, die Japaner wollten die Gefährlichkeit der Lage gar nicht zur Kenntnis zu nehmen. Die Japaner hätten weltweit den größten Besitz an Wertpapieren pro Kopf - der Großteil davon im Besitz älterer Menschen und reicher Geschäftsleute. "Dank der sinkenden Verbraucherpreise steigen ihre Realeinkommen, und ihre Kinder genießen ein fast parasitäres Leben. Sie empfinden keinerlei Gefühl einer Krise. Doch die Kehrseite der Medaille ist, daß diejenigen, die sich Geld geborgt haben - und dies weitgehend über die Krediteinrichtungen der Regierung - erleben, wie ihre Werte Tag für Tag abnehmen. In gewisser Weise lösen sich die realen Werte der Bevölkerung in Luft auf."

Die Pressekonferenz der Vorsitzenden der vier führenden Unternehmer- und Arbeitgeberverbände am 7.1. bestätigte die Befürchtungen Nambaras. Die Unternehmensvertreter erklärten, schon bald werde es zu einem Run auf kleinere und schwächere Banken kommen. Toyota-Chef Okida - gleichzeitig Chef der japanischen Arbeitgebervereinigung - forderte die Regierung gar auf, den Bankensektor von den uneinbringbaren Schulden zu "säubern".

http://www.bueso.de

© 2000, 2002 PM - Volksabstimmung Hier online unterschreiben